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Offene Hightech-Werkstatt
Oberfranken

Was ist ein FabLab?

Bei der weltweiten Nonprofit-Bewegung "FabLab (Fabrication Laboratory)" handelt es sich um offene Hightech-Werkstätten, die auf computergesteuerte Fertigung ausgerichtet sind. 

Dazu werden High-Tech-Maschinen und das nötige Wissen zur Verfügung gestellt, sodass ansonsten Unmögliches verwirklicht werden kann. 

Insbesondere auf den Aspekt der “personal fabrication” wird Wert gelegt – d. h. FabLabs sind nicht zur Massenproduktion gedacht, sondern sollen jedem Einzelnen die Möglichkeit geben, stark individualisierte Projekte mit leistungsfähigen industriellen Produktionsverfahren zu realisieren.

Ein FabLab soll ein Ort zum Selbermachen von (fast) Allem sein. Es bietet eine Lern-, Erfahrungs,- und Arbeitsumgebung bestehend aus: Raum, Standardmaschinen, Informations- und Kommunikationstechnologie – darüber hinaus wird hier Wissen, Kreativität und Soziokultur gebündelt.

Kinder und Jugendliche sowie Profis aus verschiedenen Berufsgruppen können am Computer Modelle entwickeln und daraus mit Hilfe digitaler Fabrikationsmaschinen Gegenstände jeder Art fertigen. Einfacher Zugang zu Hard- und Software schafft dabei Voraussetzungen für formelles und informelles Lernen.

NeilGershenfeld

FabLab-Roots

Das erste FabLab wurde von Professor Neil Gershenfeld am Massachusetts Institute of Technology (MIT) im Jahre 2002 gestartet und ist seitdem zu einer weltweit schnell wachsenden Bewegung geworden.

Professor Gershenfeld vergleicht die Verfügbarkeit von hochpräzisen digitalen Fabrikationsmaschinen für Privatleute dabei mit dem Übergang von Mainframes zum Personal Computer: Während der Zeit der Mainframes war der Zugang zu den großen, sündhaft teuren Computern wohl ebenso rar gesät wie heutzutage der Zugang zu professionellen Produktionsmaschinen; mit den FabLabs ändert sich das. Vermutlich wird man in 20 Jahren genauso selbstverständlich eine Obstschale aus dem Internet herunterladen wie heutzutage eine MP3-Datei.

 

Beflügelt vom Erfolg der Lehrveranstaltung begann man am MIT ein Konzept zusammenzustellen, nach dem ähnliche Werkstätten weltweit aufgebaut werden konnten. Aus diesem Grund findet sich in allen FabLabs weltweit eine ähnliche Ausstattung. Dazu wurde vom MIT eine Charta für FabLabs veröffentlicht, die vorsieht, dass jeder Zugang zu einem FabLab erhalten sollte.

Inzwischen gibt es außer in den USA FabLabs auch in anderen Ländern, zum Beispiel in Südafrika, Indien und Ghana sowie in Europa in Norwegen und den Niederlanden (eine Liste gibt es hier: http://fablab.waag.org/content/fablab-network-worldwide). Diese Fablabs sind über eine gemeinsame Satzung, die sie u.a. zur Gemeinnützigkeit verpflichtet, verbunden.

FabLab-Charta

Mission
FabLabs sind ein globales Netzwerk von lokalen Werkstätten. Sie fördern Erfindungen, indem sie Individuen die Werkzeuge für eine digitale Fertigung zugänglich machen.

Zugang
Du kannst das FabLab nutzen, um fast alles zu machen (außer Dinge, die andere verletzen); du musst lernen, Dinge selbst zu machen, und du musst dir den Gebrauch des FabLabs mit anderen Nutzern und Nutzungsarten teilen.

Bildung
Das Training im FabLab basiert darauf, Projekte durchzuführen und von Mentoren zu lernen; wir erwarten, dass du dich an der Dokumentation und dem Anleiten von anderen beteiligst.

Verantwortung
Du bist verantwortlich für:
die Sicherheit – also zu wissen, wie du arbeiten musst, ohne Menschen oder Maschinen Schaden zuzufügen.
das Aufräumen – also das FabLab sauberer zu hinterlassen, als du es vorgefunden hast.
den Betrieb – also beim Warten und Reparieren mitzuhelfen und Bescheid zu sagen, wenn es Probleme mit Maschinen gibt, Materialvorräte zur Neige gehen oder Unfälle passieren.

Geheimhaltung
Konstruktionen und Verfahren, die im FabLab entwickelt wurden, müssen für den persönlichen Gebrauch durch andere zugänglich bleiben. Abgesehen davon können geistige Eigentumsrechte an Konstruktionen und Verfahren geschützt werden.

Geschäft
Kommerzielle Aktivitäten können in FabLabs gestartet werden, aber sie dürfen den offenen Zugang für andere nicht behindern; wenn sie zunehmen, sollten sie eher außerhalb des FabLabs weiter verfolgt werden. Außerdem sollen all die Erfinder, FabLabs und Netzwerke, die zu ihrem Erfolg beitragen, von ihnen profitieren können.

 

FabLab-Network

Im Umgang mit Maschinen und Verfahren macht man viele wertvolle Erfahrungen. Ein zentraler Gedanke der FabLab-Bewegung ist diese Erfahrungen weiter zu geben, sodass andere Nutzer der FabLabs daraus lernen können. Diese Idee ist in der Fab-Charta festgehalten. Zudem sind die FabLabs bemüht Informationen gemäß der Charta nicht nur innerhalb des Labs weiter zu geben, sondern auch mit jedem, der sich dafür interessiert zu teilen. Dazu vernetzen sich die einzelnen FabLabs über das Internet, kommunizieren per Email oder Skype und halten zum Beispiel Videokonferenzen ab. Die meisten deutschen FabLabs sind mit im Verbund offener Werkstätten organisiert.

 

FabLab-Equipment

Ausgestattet ist ein FabLab mit digitalen Produktionsmaschinen wie zum Beispiel Lasercutter, CNC-Fräsmaschinen, 3D-Drucker und versteht sich somit als Fortsetzung der digitalen Revolution: Nach Desktop Publishing und digitaler Video-Bearbeitung wird nun die Herstellung von physischen Produkten für jeden zugänglich. Benutzerfreundliche, kostengünstige Standardmaschinen unterscheiden FabLabs von teuren Hochtechnologie-Labors.

Die Ausstattung eines FabLabs besteht zum größten Teil aus digitalen Maschinen. Durch die computergestütze Entwicklung können selbst komplexe und detailreiche Werkstücke einfach entworfen und präzise gefertigt werden. Zur Standardausstattung eines FabLabs gehören Maschinen und Werkzeuge zum

Schneiden und Gravieren (Lasercutter, Folienschneider)

subtraktiven Arbeiten (CNC-Fräse)

additiven Arbeiten (3D-Drucker) und

Herstellen (Belichtungs- und Ätzgerät) und Bestücken (Lötkolben) von Leiterplatten.

Die Nutzung der FabLabs ist dabei in der Regel kostenlos – die Nutzer tragen lediglich die Kosten der verbrauchten Materialien.

 

FabLab-Arrangement

Das FabLab besteht aus drei Bereichen: einem Café, einem Entwicklungslabor und einer Werkstatt.

Das Café ist das Kommunkationszentrum des FabLabs. Es ist eine Art “räumlicher Think Tank“ für alle Fab-Lab-Nutzer – wir nennen sie «Fabber» – und Anlaufpunkt für alle, die es werden wollen. Interessierte finden hier alle nötigen Informationen über das FabLab und eine Nutzung zur Verwirklichung der eigenen Idee. Ausstellungen dokumentieren die aktuellen Projekte. Es ist der Ort, an dem Ideen entwickelt, Probleme gelöst und produktionsreife Konzepte erarbeitet werden.

Die fertigen Ideen werden anschließend im Entwicklungslabor durchgeplant. Dort legen werden Grafiken angelegt, Konstruktionsdetails ausgearbeitet sowie Pläne und 3D-Modelle gezeichnet.

Als letztes geht es dann in die Werktstatt, wo die eigentliche Produktion beginnt. Hier werden die computergesteuerten Maschinen («CNC-Maschinen») mit den fertigen Datensätzen “gefüttert“, aber es wird natürlich auch echte Handarbeit verrichtet.

Aufwärts!